Wilhelm Salber

Psychologische Morphologie


Prof. Dr. Wilhelm Salber Prof. Dr. Wilhelm Salber,
geb. 9.März 1928, war dreißig Jahre Direktor des Psychologischen Instituts an der Universität zu Köln. Er entwickelte dort ein neues psychologisches Konzept, das Alltags-Kultur und Medien unter dem Gesichtspunkt von Wirkungs-Gestalten auf einen gemeinsamen Nenner bringt:
Psychologische Morphologie.

Das ist das ewig-gleiche Grundproblem: Wie können wir in einer sich wandelnden Welt unserem Wirken eine Lebensform geben - ein gelebtes Bild herausgestalten?

Die Ergebnisse vieler Untersuchungen hat er in 30 Büchern und 135 Abhandlungen dargestellt.

Psychologische Morphologie bringt etwas für Medien, Film, Kunst, Werbefeldzüge, Fabrikationsbetriebe, Erziehungsprozesse, Vorgänge in der Wirtschaft, Entwicklungs- und Generationsprobleme, Parteibildungen, Kulturgeschichte. Denn von menschlichen Unternehmen spricht die Psychologische Morphologie mit Absicht: sie geht immer von umfassenden Wirkungseinheiten aus, mit Umsatz, Zirkulation, Verteilungswirtschaft, Maßverhältnissen, Versprechungen und Verpflichtungen - nur darin findet die Dramatik eines Verwandlungsmusters ihren Ausdruck (und ohne all das existierte auch die ganze Verwandlungsdramatik nicht). Es sind menschliche Unternehmen, die sich zu verstehen und zu behandeln suchen, mit aufwendigen Konstruktionen - und entsprechenden Konstruktionsproblemen - mit Verschiebungen, Ersatzbildungen, Sehnsucht und Angst, mit Neukonstruktionen, die Unmögliches weiterbringen, aber auch mit Verfehlen, Verkehrung und Selbstzerstörung.

Portrait Wilhelm Salber von Dieter Haack Die eigentümliche Wissenschaftsstruktur einer Psychologischen Morphologie hängt damit zusammen, dass sie etwas über die Genese und die Metamorphosen dieser Unternehmungen sagen kann. Das zeigt sich vor allem auch darin, dass sie die "spezifische" Gestalt dieser umfassenden Produktions-Einheiten von Fall zu Fall herausheben kann: die besondere Entwicklung von Unternehmens-Konstruktionen, ihre Probleme und ihre Ansätze, Wirklichkeit zu gestalten und zu behandeln; ihre Schicksale, ihre Chancen und Begrenzungen und nicht zuletzt auch die paradoxen Verkehrungen menschlicher Unternehmungen und ihrer Unterhaltung. Von den psychologischen Setzungen einer Aufklärungspsychologie her ist dieser umfassende, unbewusste Seelenbetrieb weder zu verstehen noch zu behandeln. Wenn von Kognition, Erkenntnis, Gefühl, Trieben, Ich, Wille, Bewusstsein gesprochen wird, lässt man sich auf Vorurteile ein, von denen man nichts weiß, die die unheimlichen Probleme seelischer Gestaltbildung verdecken, die auch durch Nasenzählen und exakte Definitionen nicht zu verbessern sind.


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Akademischer Werdegang
Wilhelm Salber,

geboren 9.März 1928
  • 1947 Abitur am Kaiser-Karls-Gymnasium in Aachen

  • 1948 Abschluss der Ersten Deutschen Journalistenschule, Aachen. Freier Mitarbeiter und Zeichner für verschiedene Zeitungen.

  • 1949 Immatrikulation an der Universität Bonn

  • 1952 Promotion zum Dr. phil.; wissenschaftliche Hilfskraft am Psychologischen Institut.

  • 1953 Diplom-Psychologe; wissenschaftlicher Assistent in Bonn und Erlangen.

  • seit 1956 "Motivuntersuchungen" zum Umgang mit Medien und Dingen (Benzin, Filme, Kosmetik, Kohle, Lektüre); Gutachter bei der FSK der Filmwirtschaft.

  • 1958 Habilitation an der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn.

  • 1959 Berufung als Professor an die Pädagogische Akademie Köln.

  • 1961 Berufung an die Universität Würzburg.

  • 1963 Direktor des neugegründeten Psychologischen Institutes II an der Universität zu Köln. Entwicklung des Konzeptes einer Psychologischen Morphologie; Erforschung von Alltag, Kunst, Kultur, Medien; von Erziehung, Werbung und Behandlung.

  • 1973 Begegnung mit Anna Freud; Analyse bei ihr; Reisen nach Russland auf Einladung der Akademie der Wissenschaften. Mitarbeit bei Psychologie-Sendungen im Fernsehen ("Hilferufe"); Filme über Goya und "Don Quichotte".

  • 1993 Emeritierung nach dreißig Jahren Tätigkeit als Direktor des Psychologischen Institutes der Universität zu Köln.

  • Seit 1993 Beratung und Supervision (Forschungsprojekte; Medien-Untersuchungen; Supervision von Instituten für Morphologische Wirkungsforschung; Untersuchung von Entwicklungs- und Generationsproblemen).

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