Wilhelm Salber

Psychologische Morphologie



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Dazu gehört beispielsweise die Frage, wie es dazu kommt, dass eine Lebensform unter vielen anderen, die genauso bunt sind, bevorzugt wird. Es ist immer eine bewegende Angelegenheit oder ein bewegendes Bild, an dem wir uns festbeißen — vielleicht gerade, weil es sich zu verkehren droht—, und diese bewegende Angelegenheit suchen wir dann als ein Werk auszubauen. Und weil es immer auf Übergänge hinausläuft, sind wir gespannt zu erfahren, welche Metamorphosen solche Gebilde aushalten und in welchen Metamorphosen sie etwas dazu beitragen, dass aus Fischen Vögel werden können.
Es ist vor allem das Interesse an den Verwandlungen der nächsten und der übernächsten Generation, das immer wieder Metamorphosen anreizt. Wem es nach dem Krieg wichtig war, regelmäßig zu essen zu haben, unter einem Dach zu sitzen und wieder ein paar Bücher und Schreibpapier um sich zu haben, dessen "Sehen" findet ein besonderes Interesse, wenn die Jungen heute kein eigenes Bett und keine eigenen Möbel haben wollen, wenn sie selbst Erotisches als falschen "Besitz" in Frage stellen und sich stattdessen ein "Super-Innenleben" zulegen.

Paradoxerweise sagen die Phänomene nur etwas, wenn man in ihnen ein Getriebe am Werk sieht: sich ergänzende Dreiecke, Polaritäten, Spiralen — als seien sie Magnete, Rot-Grün-Ergänzungen, Seesterne, Evolutionen: Wer das Seelische gern in einen "geistigen Raum" hängen möchte, den berührt es seltsam, dass Seelisches sich wie ein materiales Ding oder Lebewesen gebärdet, wenn es sich zum Ausdruck bringen will.


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